Hotels & Ferienwohnungen Vöhrenbach Schwarzwald
Hotels & Ferienwohnungen in Vöhrenbach Bregtal
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Vöhrenbach im schönen Bregtal
Am 28. Januar 1244 beschlossen die Grafen von Freiburg die Erbauung einer Stadt auf ihrem “Gute zu Vernbach” im Bregtal. Einerseits sollten von hier aus die damals unwegsamen Täler Langenbach, Linach, Urach und Schollach erschlossen werden, andererseits ging es ihnen um die Sicherung der strategisch wichtigen Straßen über den Schwarzwald.
Die Kirche, die mit der Stadtgründung erbaut wurde, unterstellten sie der Pfarrei Herzogenweiler. Da sich der Ort rasch entwickelte, zog der Herzogenweiler Pfarrer bereits 1275 in das wenige Kilometer von Furtwangen gelegene neue Städtchen.
Interessanterweise bildete von allem Anfang an das Handwerk den Haupterwerbszweig der Vöhrenbacher. Auf dem Hintergrund dieser Tradition sollten sich später zahlreiche Industriebetriebe ansiedeln.
1525 verwüsteten Bauernhaufen unter der Führung von Hans Müller von Bulgenbach, der im Gasthaus “Ochsen” Quartier bezogen hatte, die Burgen Zindelstein und Neufürstenberg. 1544 kam es zum großen Stadtbrand, 1639 zur Brandschatzung durch die Schweden. Die letzte große Brandkatastrophe suchte 1819 die Bewohner von Vöhrenbach heim. Drei Jahre zuvor hatte das Städtchen 111 Häuser mit 272 Einwohnern inüber 32 Handwerksberufen.
1720 kam in Vöhrenbach die Uhrenproduktion in Familienbetrieben auf. Viele Handwerker mussten aber im Verlauf der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts aufgeben. An ihrer Stelle entfaltete sich die Metallindustrie und die Musikwerkeproduktion. Der weltberühmte Orchestrionhersteller Michael Welte gründete 1833 in Vöhrenbach seine Fabrik, die er 1872 nach Freiburg verlagerte.
In Vöhrenbach lebten zahlreiche Künstler von überregionaler Bedeutung. Von Adam Winterhalter und seinem Sohn Johann Michael stammen der Hochaltar und die Seitenaltäre der 1953 abgebrochenen katholischen Pfarrkirche. Sie wurden in der neuen Kirche aufgestellt. Zu nennen sind ferner die Bildhauer Adolf Heer (1846 - 1898) und Adolf Beermann (1862 - 1947), die weit über Vöhrenbach hinaus wirkten.
Die Legende vom Bruderkirchle
Als Perle unter den Ausflugszielen gilt das Bruderkirchle an der alten Villinger Straße in Vöhrenbach. Und dies nicht nur, weil unmittelbar gegenüber des Kleinods ein Rastplatz mit Teich und Kneippanlage einladen. Die Wallfahrtskapelle aus dem 16. Jahrhundert direkt neben einer Quelle ist von Sagen umwoben. Bilder darin erinnern an eine der alten Geschichten: an sieben Jungfrauen, die auf den Scheiterhaufen gestoßen wurden und das Martyrium erlitten.
Jeder Vöhrenbacher kennt die Erzählung, die an eine Zeit erinnert, als der Ort noch heidnisch war und die Frauen viele Stadtbewohner zum christlichen Glauben bekehrten. Deshalb wurden sie vom Schultheißen Mändle ein Dorn im Auge. Um sie vom Glauben abzubringen, wurden sie gefangen und der falschen Hexerei angeklagt. Falsche Zeugen sagten gegen sie aus. Doch alle Folter nützte nichts, sie vom Glauben abzubringen. Da verurteilte sie der Stadtrat zum Tod auf dem Scheiterhaufen. Bevor die sieben Jungfrauen verbrannt wurden, tat jede von ihnen eine Weissagung über Vöhrenbach.
Erstens sollten drei Brände die Stadt vernichten, auch sollte der Stadtrat nie ein Jahr vollzählig bleiben und das Geschlecht des Schultheißen Mändle sollte aussterben. Drittens sollte Vöhrenbach das Hochgericht verlieren, viertens sollten die ehemals reichen Silbergruben versiegen, fünftens die Obstbäume keine Früchte mehr tragen, sechstens der Vöhrenbacher Götzentempel eingehen.
Trotz dieser Prophezeihungen wurden sechs der Jungfrauen verbrannt. Die siebte wurde zunächst in der Hoffnung verschont, sie möge sich doch noch vom christlichen Glauben abwenden. In der folgenden Nacht aber sah sie ihre Gefährtinnen im Paradies und erklärte tags darauf den Richtern, sie werde Christus niemals verleugnen. So wurde sie zum Scheiterhaufen geführt. Bevor sie verbrannte, warf sie einen Bund mit sieben Schlüsseln zu Boden. An dieser Stelle entsprang sodann eine Quelle, die heute noch sichtbar ist.
Die Jungfrau prophezeite, alle sieben Jahre am Karfreitag und vor Sonnenaufgang werde in diesem Brunnen ein Fisch erscheinen. Er soll den Schlüsselbund um den Hals tragen. Diese Erscheinung werde jedoch nur derjenige sehen, der frei von Sünden ist. Der Fisch soll später tatsächlich gesehen worden sein. Die Schlüssel gehören zu einer Goldkirste, deren Versteck niemand kennt. Der Sage nach ging auch die Prophezeihung der anderen Jungfrauen ging in Erfüllung.
Linachtalsperre - sehenswertes Baudenkmal
Nur noch wenige Jahre können Besucher im Linachtal zwischen Vöhrenbach und Furtwangen einen See bewundern, den sie trockenen Fußes überqueren können. NUn soll er wieder aufgestaut werden. Seit Jahren bemüht sich die Stadt Vöhrenbach, die Talsperre zu sanieren. Der Traum rückt nun in greifbare Nähe.
Bürgermeister Robert Strumberger hat dazu seit Jahren an die Türen von Sponsoren, Wissenschaftlern und Politikern angeklopft, damit das einzigartige Bauwerk nicht weiter dem Verfall preisgegeben wird. Nur ein Vollstau kann die Zerstörung nach einer Mauersanierung stoppen. Erst Ende Juli 2002 wurde unter Beteiligung zahlreicher Prominz der erste Abschnitt eines Linachtal-Rundweges eröffnet.
Die Geschichte, die sich mit diesem See verbindet, ist einzigartig. Im Januar 1922 wurde mit dem Bau der Linachtalsperre begonnen. Die gesamte Bauleitung wurde Diplomingenieur Fritz Maier aus Karlsruhe übertragen. Bis Mitte Mai herrschte eine ungünstige Witterung. Schneefall, Regen, Frost und Kälte verzögerten bis dahin die Arbeiten.
Danach wurden sie in verstärktem Maße aufgenommen und schritten zügig voran. Auf der damals höchstgelegenen Großbaustelle Deutschlands waren insgesamt 350 Arbeiter beschäftigt. Der Bau der Linachtalsperre war Präzisionsarbeit und erforderte hohes handwerkliches Können für die Herstellung der komplizierten Verschalung. Die verwendeten Dielen waren fünf Zentimeter stark und mußten millimetergenau angepaßt werden.
Das Einbringen des Betons war sehr personalintensiv, denn um dabei eine gleichmäßige Verteilung zu garantieren, mußte die Verschalung ständig abgeklopft werden.Der Beton wurde über selbst hergestellte Trichterrohre eingefüllt. In mühevoller Arbeit wurde dieses Bauwerk geschaffen. Faszinierend war die Handarbeit mit einfachen Baugeräten.
Im Dezember 1923 war das Turbinenhaus, welches im Jugendstil erbaut wurde, fertiggestellt. Die komplette elektrische und maschinelle Ausstattung (2 Francis-Turbinen + 1 Pelton-Turbine) war eingebaut. Staumauer, Stollen, Rohrleitung und Wasserschloß waren soweit gediehen, daß der Betrieb aufgenommen werden konnte. Man konnte eigenen Strom produzieren. Durch die Kraft des fließenden Wassers der Linach konnte die Stadt Vöhrenbach mit billigem Lichtstrom und die Baustelle mit Kraftstrom versorgt werden.
Das Jahr 1923 war gekennzeichnet durch die Geldentwertung und die Inflation. Die Geldbeschaffung wurde immer schwieriger und schließlich ganz unmöglich. In dieser Geldnot war die Stadt gezwungen, selbst Geld zu drucken (100 000 Mark, 500 000 Mark, 1 Million Mark, 1 Milliarde Mark, 10 Milliarden Mark, 50 Milliarden Mark, 1 Billion Mark). Mit Genehmigung des Innenministeriums gab die Stadt im August 1923 erstmals Notgeld im Dreifarbendruck heraus.
Als Motiv wurde einseitig jeweils die Staumauer verwandt. Der Vöhrenbacher Gewerbelehrer und Architekt Carl Beck hat die Geldscheine entworfen. Um die Schuldenlast zu bewältigen, mußte der Gemeindewald, eigentlich der Rückhalt der Stadt, geopfert werden.
Vom 1. August bis Ende Oktober 1924 konnten die Bauarbeiten an der Staumauer in vollem Umfange wieder aufgenommen werden. Die Mauer wuchs in diesem Vierteljahr um sage und schreibe 14 m in die Höhe.
Am 7. November 1925 war die Staumauer vollendet, im Maschinenhaus liefen zwei von drei Turbinen. Die Baufirma begann mit der Auflösung der Baustelle und dem Abtransport der Baustelleneinrichtung. Am 31. Mai 1926 war das Becken der Talsperre randvoll, ein denkwürdiger Tag in der Geschichte des Kraftwerkbaues. Bei Vollstau betrug das Fassungsvermögen 1,1 Millionen Kubikmeter. Der See hatte eine Länge von einem Kilometer und eine überflutete Fläche von 110.000 Quadratmetern.
11000 Kubikmeter Beton wurden beim Bau der Staumauer verarbeitet. 100.000 Festmeter Holz waren insgesamt für die Finanzierung des Anlagenbaus erforderlich. Ein Jahr nach der vollen Inbetriebnahme hatte die Stadt Vöhrenbach einen Stromverbrauch von 518.000 Kilowattstunden. Davon lieferte das eigene Kraftwerk 374.000 Kilowattstunden, was 72 Prozent entsprach. 1937, 1940 und 1942 wurden die ursprünglich eingebauten Turbinen gegen die noch heute eingesetzten Voith-Turbinen ausgetauscht.
1969 faßte der Gemeinderat der Stadt Vöhrenbach den Beschluss, die Eigenstromerzeugung wegen Unrentabilität einzustellen. Ein weiterer Grund waren anstehende notwendige Sanierungsarbeiten. Ab diesem Zeitpunkt war die komplette Anlage dem Verfall preisgegeben.
1988 wurde der Stausee abgelassen. Nachdem unsere Linachtalsperre bis vor kurzer Zeit im wahrsten Sinne des Wortes dem "Dornröschenschlaf" überlassen war und die Vegetation begonnen hatte, sowohl von den alten Mauern als auch vom einstigen Stauseebecken wieder Besitz zu ergreifen, hat es die GEDEA (Gesellschaft für dezentrale Energieanlagen in Murrhardt) gemeinsam mit engagierten Bürgern und der Stadt Vöhrenbach tatsächlich geschafft, das Kraftwerk im Dezember 1998 wieder in Betrieb zu nehmen. Eigens für diese Aufgabe wurde die Wasserkraftwerk Linach KG gegründet. Ein Ausleitungskraftwerk speist seither wieder umweltfreundlichen Strom aus Wasserkraft in das Netz und erzeugte bisher bereits über 3 Millionen Kilowattstunden (Stichwort: regenerative Energie).
Am 21. April 1999 wurde der Förderverein "Rettet die Linachtalsperre" e.V. gegründet. Dieser Förderverein setzt sich für den Erhalt und die Sanierung der Linachtalsperre ein. Insbesondere geht es darum, dieses Baukulturdenkmal von nationaler, wenn nicht sogar internationaler Bedeutung vor dem Verfall zu retten.
Das erste Etappenziel des Fördervereins ist, die offizielle Begehbarkeit der Mauerkrone wiederherzustellen, ist inzwischen erreicht.1994 wurde diese behördlicherseits aus Sicherheitserwägungen versagt. Ende Juli 2002 wurde außerdem der erste Teilabschnitt eines Linachtalrundweges feierlich eröffnet. An der Feier nahmen Regierungspräsident Sven von Ungern-Sternberg, Landrat Karl Heim (Schwarzwald-Baar-Kreis) sowie weitere namhafte Politiker wie MdB Christa Lörcher und Siegfried Kauder (Villingen-Schwenningen) teil.
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