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Gütenbach bei Simonswald und Furtwangen

Die schriftlich überlieferte Geschichte der Gemeinde Gütenbach beginnt mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1360, jedoch ist der Ort vermutlich wesentlich älter: Seine Vorgänger waren alemannische Einzelhöfe. Nach und nach wurde weiteres Land gerodet und neue Höfe gebaut und um die Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem Kleinmeiertum zusammengemarkt, die heutige Gemeinde Gütenbach.

Dieser Zusammenschluss geschah auf Initiative des Frauenklosters St. Margarethen zu Waldkirch. Damals hieß Gütenbach noch Wuotenbach. Der Name dürfte sich von Wuota, dem wütenden Bach ableiten, der durch den Ort und dann die Teichschlucht hinunterfließt.

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Die Gemeinde Gütenbach erlebte im Laufe ihrer geschichtlichen Entwicklung gute und schlechte Zeiten, lange Friedensjahre und zahlreiche Kriege, von denen der Dreißigjährige Krieg besonders einschneidend war. Der Ort wurde geplündert und gebrandschatzt. 1634 fielen der Pest 134 Menschen zum Opfer. Im 17. Jahrhundert wurde mit der Herstellung der Schwarzwälder Lackschilduhr begonnen.

Die Uhren wurden im Winter auf den Höfen hergestellt, im Frühjahr zogen dann die Uhrmacher in die Welt hinaus, um die Uhren zu verkaufen. Einer der ersten Uhrenhändler war ein Gütenbacher. Die Reisen führten durch ganz Europa bis nach Rußland. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Industriealisierung der Uhrenherstellung. Es war eine wirtschaftliche Blütezeit bis 1914 der erste Weltkrieg ausbrach. Gütenbach hatte dann unter der Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit besonders hart zu leiden.

Heute spielt die Uhrenfabrikation nur noch eine untergeordnete Rolle. Neben der Uhrenherstellung hat sich die Spielwarenherstellung und der Sondermaschinenbau in Gütenbach etabliert. Gütenbach ist heute ein modernes Gemeinwesen mit einem vielseitigen kulturellen und kommunalen Leben. Vor etwa 400 Jahren kam Gütenbach zur Herrschaft Triberg, das vorderösterreichisch war. Diese Zugehörigkeit dauerte bis 1806, als Triberg zum Königreich Württemberg kam. Noch im selben Jahr kamen alle Orte der Herrschaft Triberg zum Großherzogtum Baden.

Alte Sägemühle

Erneut will der Heimat- und Geschichtsverein Gütenbach von Juli bis September jeweils am ersten Sonntag des Monats öffentliche Vorführungen anbieten, so Vorsitzender Oswald Scherzinger. Das Kleinod am Eingang des Hübschentales zählt zu den herausragenden Attraktionen Gütenbachs.

Dabei stammt das Gebäude nicht von hier, sondern wurde vor 80 Jahren in Furtwangen abgebaut und hierher umgesetzt. Bis 1991 diente sie als Hofmühle des "Bühlhofes". Gebaut wurde die Sägemühle 1760 im hinteren Schützenbach bei Furtwangen. 1920 pachtete der Bauer Martin Riesle den Gütenbacher Bühlhof und kaufte das Mühlengebäude mit Halbwalmdach und oberschlächtigem Wasserrad, baute es komplett ab und beim Bühlhof wieder auf.

In den Jahren 1991 und 1992 nahmen sich der Heimat- und Geschichtsverein sowie der örtliche Schwarzwaldverein der heruntergekommenen Sägemühle an; mit viel zeitlichem Aufwand und finanziellem Engagement unterzogen sie das Kleinod einer gründlichen Restauration. Um das brüchige Fundament neu aufzubauen, musste zunächst das komplette Gebäude auseinander gebaut werden.

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